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 Kirchliches Umweltmanagement - In Württemberg - Das Projekt - Landeskirchliche Beschlüsse - 2002

13. Evangelische Landessynode

Stuttgart, den 25. November 2002
13.30 Uhr

5. Sitzung

unter dem Vorsitz des Präsidenten Neugart
und des Stellvertretenden Präsidenten Schubert

...

Nunmehr kommen wir zu Tagesordnungspunkt 2:

Umwelt-Audit.

Die Landessynode hat sich immer wieder mit Umweltfragen beschäftigt. Sie war auch am Zustandekommen der Ökologischen Leitlinien der Landeskirche beteiligt. Am 22. November 1999 hat die Landessynode einen Schwerpunkttag zum Thema „Ökologisches Handeln in der Kirche“ durchgeführt. Dabei wurde auch ein Beschluss über die Einführung eines „Tages der Schöpfung“ in den liturgischen Kalender des Kirchenjahres gefasst. Durch Beschluss der Synode wurde damals der Oberkirchenrat gebeten, „Erstens: zu untersuchen, wie im Bereich der Kirchengemeinden und Kirchenbezirke standortbezogene Umweltprüfungen eingeführt werden können ..., Zweitens: das im Rahmen des Projektes ,Wirtschaftliches Handeln in der Kirche‘ entstandene Pilotprojekt für ein Umwelt-Audit in der landeskirchlichen Einrichtung Haus Birkach weiter zu verfolgen, der Landessynode über die Erfahrungen zu berichten und so bald wie möglich geeignete Schritte zu unternehmen, die gewonnenen Erfahrungen möglichst in allen Bereichen des landeskirchlichen Haushaltes im engeren Sinn umzusetzen.“ Nach Beratungen in der AG Umwelt-Audit und im Kollegium des Oberkirchenrates hat dieser der Landessynode eine Beschlussfassung vorgelegt, die dem Ausschuss für Kirche, Gesellschaft und Öffentlichkeit zur Beratung überwiesen wurde. Dieser liegt jetzt der Synode dazu den Antrag Nr. 35/02 zur Entscheidung vor. Ehe wir uns mit diesem Antrag befassen, hören wir den Bericht aus der AG Umwelt-Audit durch dessen Vorsitzenden, Herrn Dekan Dr. Hartmut Fritz, und anschließend den Bericht des Vorsitzenden des Ausschusses für Kirche, Gesellschaft und Öffentlichkeit, des Synodalen Hühnerbein. Zunächst darf ich Sie, Herr Dr. Fritz, bitten, uns den Bericht aus der AG Umwelt-Audit zu geben.

Dekan Dr. Fritz: Herr Landesbischof, Herr Präsident, verehrte Synodale, liebe Schwestern und Brüder! In der neuen Werbekampagne „Kirche mehr als man glaubt“ gibt es ein Plakat, auf dem zu lesen ist: „Na, wie schmeckt Schöpfung?“ Das Plakat ist vor einem Lebensmittelladen aufgestellt, und ich könnte mir denken, dass es dann, wenn das Projekt „Umwelt-Audit in Kirchengemeinden‘“ zum Ziel kommt, auch vor vielen kirchlichen Gebäuden aufgestellt und dann mit einer positiven Antwort versehen werden könnte. Ich möchte Ihnen heute in aller möglichen Kürze den Projektbericht unserer Arbeitsgemeinschaft zusammengefasst und abgekürzt vortragen. Den Projektbericht selber können Sie draußen im Foyer einsehen und gerne auch mitnehmen. Er ist sehr ausführlich; heute soll es um eine kurze Zusammenfassung gehen. Die Zusammenfassung möchte ich Ihnen in fünf Schritten vortragen.

Erstens: Das Ziel.
Herr Präsident, Sie haben bereits gesagt: Bei der Schwerpunkttagung zum Thema „Ökologisches Handeln“ hat die Landessynode vor drei Jahren die „Ökologischen Leitlinien“ der Landeskirche verabschiedet. Sie hat damals neben der Einführung „eines Tages der Schöpfung“ auch beschlossen, ein Umweltprojekt, ein Umwelt-Audit in der Landeskirche zu erproben, bevor man daran denken kann, dass und ob es flächendeckend eingeführt werden soll. Der leitende Gedanke war damals, dass unsere Kirche ökologische Leitlinien nicht nur auf das Papier drucken und im Munde führen wollte, sondern dass die Glaubwürdigkeit solcher Leitlinien auch an den konkreten Folgerungen und Handlungsschritten gemessen werden wird. Insofern muss der Kirche auch eine in ihrer Bedeutsamkeit nicht zu unterschätzende Vorbild-Funktion zugesprochen werden. Der Zielgedanke ist der, dass in unseren Kirchengemeinden, die ja über eine nicht unerhebliche Zahl von Gebäuden verfügen, eine kontinuierliche Verringerung der Umweltbelastung erreicht aber auch ein erhöhtes und nachhaltiges Bewusstsein für unsere Schöpfungsverantwortung gefördert und gestärkt wird. Das dafür einzurichtende Umweltmanagement sollte dabei nicht einen kirchlichen Sonderweg einschlagen, sondern sollte sich an den europäischen Normen und internationalen Standards orientieren, um so auch im Prozess und im Ergebnis eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Ich nenne wenigstens die Stich- und Schlagworte dazu, ohne sie näher zu erläutern: EMAS II und ISO 14.001 und ISO 14.031.

Zweitens: Der Weg.
Für die dreijährige Erprobungsphase hat der Oberkirchenrat (Dezernat 7 und 8) eine Arbeitsgemeinschaft (die AG 910) eingerichtet, als deren Vorsitzender ich zu Ihnen spreche. Die Projektleitung und die Geschäftsführung waren bei Herrn Reinhard Gradmann in besten Händen.
Landeskirchliche und externe Fachberatung (Umweltbeauftragter, Energieberater, ejl, KATE – eine gemeinnützige Organisation: „Kontaktstelle für Umwelt und Entwicklung“), sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Gemeinden, Einrichtungen und Verwaltung waren in der Arbeitsgruppe versammelt (s. Abschlussbericht auf Seite 35). Daneben wurde eine breit angelegte Informations-Kampagne über das Pilotprojekt gestartet; auf allen Ebenen wurde das Projekt vorgestellt, erläutert und dafür geworben: im Kollegium des Oberkirchenrats, in Bezirkssynoden und Kirchengemeinden, in der Dekane-/Dekaninnendienstbesprechung und bei Verwaltungsstellenleitenden. Es zeigte sich sehr bald, dass mehr als die ursprünglich angesteuerte Zahl von fünf Gemeinden ihr Interesse an der Beteiligung bei dem Pilotprojekt „Umwelt-Audit in Kirchengemeinden“ signalisierten. Bemerkenswert ist für mich außerdem die Tatsache, dass in den Gemeinden sich nicht wenige ehrenamtlich Mitarbeitende ansprechen ließen, die sonst nicht zum „klassischen“ Kreis der ehrenamtlich Tätigen zählen. Die Projektgruppen sind weithin so zusammengesetzt, dass sie – beauftragt vom Kirchengemeinderat – selbständig und eigenverantwortlich auf große Strecken hin auch ohne hauptamtliche Mitarbeit tätig sein können. Allerdings wurde sehr bald klar, dass die Gemeinden bzw. ihre Arbeits- oder Projektgruppen eine fachliche Begleitung brauchen. Es gehört zu den bemerkenswertesten Entscheidungen und Maßnahmen unseres Pilot-Projekts, dass wir für diese fachliche Begleitung eine eigene und eigenständige Ausbildung anbieten konnten. Es fügte sich, dass eine solche Ausbildung zu kirchlichen Umwelt- Auditorinnen und -Auditoren in die Hände der ejl (Frau Helga Baur und Herr Wilfried Marx) gelegt werden konnte, die ja ihrerseits und von ihrem Selbstverständnis her an der Förderung von Schöpfungsbewahrung und Schöpfungsverantwortung arbeitet. Die Ausbildung zum kirchlichen Umwelt-Auditor oder zur kirchlichen Umwelt-Auditorin wurde innerhalb des Pilot-Projekts kostenfrei angeboten; damit war und ist freilich die Erwartung verbunden, dass die Begleitung der Kirchengemeinden durch die Umwelt-Auditoren/innen ehrenamtlich geschieht. Mit dem Umwelt-Audit hat sich also sowohl auf landeskirchlicher als auch auf gemeindlicher Ebene ein ganz neues Element und Betätigungsfeld ehrenamtlich-fachlicher Mitarbeit eröffnet, das es so noch nicht gegeben hat. Es ist fast überflüssig zu betonen, dass mit einem solchen neuen Betätigungsfeld ein teilweise ganz neuer Personenkreis für die kirchliche Mitarbeit gewonnen und auch erfolgreich angesprochen werden kann.

Drittens: Erfahrungen.
Zwischenzeitlich haben auch schon landeskirchliche Einrichtungen ein Umwelt-Management eingerichtet und sind nach EMAS II zertifiziert worden, oder sie sind bereits auf dem Weg dorthin (dazu gehören: das Haus Birkach, der Gemeindedienst, der Oberkirchenrat, der Wörnersberger Anker und die Akademie Bad Boll); gleichzeitig haben als erste Kirchengemeinden überhaupt, man kann sagen Weltweit, die Kirchengemeinden Kißlegg im Kirchenbezirk Ravensburg und Eschenau im Dekanat Weinsberg ihre Umwelterklärung erstellt und konnten aufgrund deren nach EMAS II zertifiziert werden. Damit wurde der Nachweis erbracht, dass das Managementsystem, das ursprünglich vor allem für große Einrichtungen, auch für wirtschaftliche und industrielle Betriebe, entwickelt worden ist, auch auf Kirchengemeinden, auf kleine Kirchengemeinden grundsätzlich, übertragbar und anwendbar ist. Die Erfahrungen zeigen allerdings, dass dieses System auf Dauer zu umfangreich und auch zu teuer ist, zumal für kleinere Kirchengemeinden. Da der Dokumentationsaufwand bei EMAS II und der Kostenaufwand durch eine externe Begutachtung sich als sehr groß und gerade auch für kleinere Gemeinden als nicht angemessen erwiesen hat, hat unsere Arbeitsgemeinschaft einen eigenen, gleichwohl öffentlich anerkannten Zertifizierungsweg und -abschluss entwickelt. Dieses System macht es möglich, dass eigens zu Gutachtern fortgebildete Auditoren oder Auditorinnen künftig die Begutachtung der Umwelterklärung vornehmen können und dass das Umwelt-Audit in Kirchengemeinden mit dem neu kreierten kirchlichen Umweltprädikat „Grüner Gockel“ versehen wird. Es ist mir und uns wichtig zu betonen, dass dabei die in EMAS II vorhandenen Kernpunkte mitenthalten sind und dass methodisch sich das Umweltmanagement an den internationalen Normen von ISO 14.001 und ISO 14.031 orientiert. Dies ist uns auch von externen Gutachtern bestätigt worden. Die Zertifizierung nach dem „Grünen Gockel“ erfordert weniger Dokumentationspflicht und hat geringere Gutachterkosten zur Folge. Der „Grüne Gockel“ ist aber kein kirchlicher Sonderweg, sondern bleibt im „Korridor“ des von der EU gesetzten Rahmens. Um es bündig und auf gut englisch auf eine Formel zu bringen, heißt dies: der „Grüne Gockel“ ist nicht EMAS-light, sondern EMASlike! Die ausgebildeten Umwelt-Auditoren und –Auditorinnen haben sich zu einem Verband zusammengeschlossen, auch ein weiteres Novum innerhalb unseres Pilotprozesses, der sich eine Vereinsstruktur gegeben hat („Verband für Kirchliches Umweltmanagement e. V.“). Der Verband sorgt dafür, dass sich die Auditoren nach ihrer Ausbildung weiterhin austauschen und gegenseitig beraten können; er sorgt für die Begleitung der Projektgruppen in den Kirchengemeinden und stellt dazu fortgebildete Gutachter für die Zertifizierung und Validierung der Kirchengemeinden zur Verfügung.

Viertens: Ergebnisse.
Als Ergebnis dieser dreijährigen Pilot-Phase können wir festhalten:
4.1 Zehn Kirchengemeinden haben ein Umweltmanagement begründet und dokumentiert und wurden nach EUStandard, also nach EMAS II, zertifiziert.
4.2 Über zwanzig Kirchengemeinden haben sich auf den Weg gemacht, sich nach dem „Grünen Gockel“ zertifizieren zu lassen.
4.3 In fünf von der ejl durchgeführten Kursen wurden nicht weniger als ca. siebzig Ehrenamtliche zu Umwelt-Auditorinnen und Umwelt-Auditoren ausgebildet. 4.4 Die Auditorinnen und Auditoren haben sich zu einem Verband zusammen geschlossen; einige von ihnen werden sich zu öffentlich anerkannten Gutachtern fortbilden lassen und stehen als solche künftig den Kirchengemeinden bei der Begleitung der Projektgruppen zur Verfügung.
4.5 Das Umwelt-Ministerium verfolgt sehr interessiert und wohlwollend den Umwelt-Audit-Prozess in unserer Landeskirche und sieht gerade in der Kirche eine Multiplikatorenfunktion in der Öffentlichkeit und auch für unsere Gesellschaft. Das Ministerium hat in Aussicht gestellt, dass es die Erst-Zertifizierung von Kirchengemeinden unterstützen und besonders im Blick auf den „Konvoi-Gedanken“ Anreize schaffen werde, das heißt dass es Kooperationen beispielsweise von benachbarten Kirchengemeinden, zum Beispiel im Distrikt, oder die Kooperation mit außergemeindlichen Einrichtungen bei der Installation und Implantation eines Umwelt-Managements fördern werde.
4.6 Das bundes- und europaweit bisher einmalige Konzept hat auch schon außerhalb ein lebendiges Interesse geweckt und eine rege Nachfrage erfahren, zum Beispiel in der Diözese Eichstätt oder in unserer badischen Nachbarkirche.
4.7 Der Prozess und die Ergebnisse unseres Pilot-Projektes sind dokumentiert und auch unter dem Titel „Kirche gestalten“ innerhalb des landeskirchlichen Internet-Auftritts zugänglich gemacht.
4.8 Und letztens, was die Ergebnisse betrifft: Es besteht die Hoffnung und die Aussicht, dass das in unserem Pilot-Projekt erprobte Konzept auch im politischen Bereich Berücksichtigung findet und Anregungen bietet für die Weiterentwicklung einer sach- und bedarfsgerechten EMASVerordnung auf europäischer Ebene. Ich komme zum Schluss mit dem letzten Punkt.

Fünftens: Ausblick.
Die weithin positiven Erfahrungen und die insgesamt erstaunlichen Ergebnisse dieser dreijährigen Pilot-Phase haben die Mitglieder unserer Arbeitsgemeinschaft dazu veranlasst und ermutigt, Ihnen heute vorzuschlagen, dass das Projekt „Umwelt-Audit in den Kirchengemeinden“ jetzt auch in die Fläche und auf die Strecke unserer Landeskirche gehen, also flächendeckend eingeführt werden soll und kann. Natürlich stehen wir mit einer solchen landeskirchlichen Projekt-Einführung auch immer wieder in der Spannung zwischen (eigentlich gemeinter) Verbindlichkeit und (eigentlich gewollter) Freiwilligkeit. Wir geben der Überzeugungskraft des Projekt-Gedankens und damit der Freiwilligkeit den Vorrang, wir sind aber der Meinung, dass künftig schon die Haushaltsplan-Gestaltung dahingehend ausgelegt und ausgestaltet sein sollte, dass auch dort die Umweltdaten und Verbräuche einer Kirchengemeinde jährlich eingetragen und damit auch öffentlich sichtbar gemacht werden sollten. Damit wäre dann unsere Landeskirche auf dem Weg, die Umweltbilanz in unseren Kirchengemeinden stetig zu verbessern und das Umweltbewusstsein nachhaltig zu stärken. Der Antrag, der nachher vom Vorsitzenden des „Ausschusses für Kirche, Gesellschaft und Öffentlichkeit“ eingebracht und erläutert wird, bezieht sich zunächst noch auf das Jahr 2003, in dessen Haushaltsplan ja dieses Projekt bereits eingestellt ist, in dem nach unserer Vorstellung aber immerhin bis zu fünfzig weitere Kirchengemeinden mit diesem Projekt starten können und auf diesem Weg begleitet werden können. Nach unserer Planung muss dafür beim und vom Oberkirchenrat eine Kontaktstelle eingerichtet werden, deren Arbeit von einer vom Oberkirchenrat zu berufenden Projekt-Gruppe begleitet wird. Verehrte Synodale, das Umwelt-Audit in Kirchengemeinden ist keine periphere Idee, sondern es ist zentral vom Anliegen und vom Auftrag der Schöpfungsverantwortung geleitet. Mit der Erstellung der Umwelterklärung und mit der Erstzertifizierung einer Kirchengemeinde beginnt im Grunde der Weg der Nachhaltigkeit; das heißt das Umweltprogramm wird fortgeschrieben, die Umweltdaten werden weiterhin und in einem ständigen Prozess ermittelt, kontrolliert, sie sollen auch landeskirchlich schließlich erfasst und konsolidiert werden; der Umweltverbrauch soll weiter beobachtet und – wo und wenn möglich weiter verringert werden. Alle drei Jahre erfolgt eine Überprüfung des Zertifikats. Die Schöpfungsverantwortung bleibt, wenigstens in diesem Teil, als ein aktives, beständiges und nachhaltiges Geschehen in der Gemeinde verankert; die ständige und stetige Verringerung der Umweltbelastung wird auch zum Gemeindeprogramm und gehört zum „normalen“ Alltag im Gemeindeleben und wird sich sicherlich bewusstseinsbildend und auch den Lebensstil prägend bis in die private, individuelle, familiäre, aber auch berufliche Lebenswelt der Gemeindeglieder fortsetzen. Gottesdienstliche Feiern verbinden das eigene Tun mit Gottes Schöpfungsabsicht und messen die wahrgenommene oder wahrzunehmende Schöpfungsverantwortung am biblischen Auftrag, die Schöpfung Gottes zu „bewahren und zu bebauen“ und „bebauen und zu bewahren“ (1. Mose 2,15).

Liebe Schwestern und Brüder, das Pilotprojekt, das die Synode angeregt und in Auftrag gegeben hat, hat seine Feuerprobe bestanden. Ich freue mich, wenn Sie dies ebenso sehen. Herzlichen Dank. (Beifall)

Präsident: Herr Dr. Fritz, auch Ihnen herzlichen Dank für den komprimierten, aber dennoch sehr informativen Bericht. Ein Dank auch an Ihre Projektgruppe, an das Umwelt-Audit, aber auch an unseren Umweltbeauftragten. Wir hören jetzt den Bericht aus dem Ausschuss für „Kirche, Gesellschaft und Öffentlichkeit“, den uns der Vorsitzende, der Synodale Hühnerbein, geben wird.

Hühnerbein: Herr Präsident, liebe Synodale, den Dankesworten des Präsidenten schließen wir uns an. Wir haben im Ausschuss für „Kirche, Gesellschaft und Öffentlichkeit“ mit diesem Thema einen nicht ganz einfachen Prozess gedanklich nachvollziehen müssen, um zu dieser Antragsformulierung zu kommen. Auf der Grundlage der Beratungen der 12. Landessynode vom 22. November 1999, bei denen der Oberkirchenrat zum Schwerpunktthema „Ökologisches Handeln in der Kirche“ entsprechend einem Antrag des Ausschusses für „Kirche, Gesellschaft und Öffentlichkeit“ durch Beschluss gebeten worden ist, Umweltprüfungen in den Kirchengemeinden und Kirchenbezirken und in einem Pilotprojekt für die landeskirchliche Einrichtung im Haus Birkach die Umweltprüfung durchzuführen. Wir haben uns in den zurückliegenden Sitzungen im Ausschuss „Kirche, Gesellschaft und Öffentlichkeit“ mit den Entwicklungen ausführlich befasst. Der Umweltbeauftragte, Dr. Böhm, war eingeladen und ging zunächst in seinen Ausführungen auf das im Rahmen des konziliaren Prozesses (Bewahrung der Schöpfung) stärker gewordenen Bewusstsein für diese Fragestellung und die weitere Verfolgung der damit verbundenen Ziele und deren Umsetzung ein. Um eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen, ist es notwendig, Instrumente dafür in den Einrichtungen, das heißt ein Umweltmanagement, zu schaffen. Umweltüberprüfungen mit entsprechenden Zertifizierungen sind inzwischen durchgeführt, sowohl für das Haus Birkach als auch für den Oberkirchenrat und den Evangelischen Gemeindedienst. Bei Fragen des Umweltmanagements kommt es natürlich auch verstärkt auf die Zusammenarbeit mit Fachleuten aus den Bereichen der Arbeitssicherheit und anderen sachkundigen Personen bei der Prüfung von Fragen des Umweltschutzes an. Die Zertifizierungen der landeskirchlichen Einrichtungen erfolgten nach den EU-Normen. Für die Kirchengemeinden wurde ein eigenes System entwickelt. Der Ausschuss für „Kirche, Gesellschaft und Öffentlichkeit“ hat dann auch auf der Grundlage des Berichtes des Projektleiters, Herrn Gradmann, sich über den Verlauf des Projektes von 1999 ausführlich informiert. Es hätten sich jedoch 30 Kirchengemeinden für dieses Modellprojekt gemeldet. Die flächendeckende Umsetzung erfordere eine entsprechende Begleitung durch ehrenamtliche Umwelt-Auditoren. Hier haben sich fünfzig Personen gemeldet und die Zahlen zeigen auf welche breite Resonanz an der Basis dieses Programm gefunden hat. Wir haben im Ausschuss für Kirche, Gesellschaft und Öffentlichkeit die sehr umfangreichen Unterlagen zur Kenntnis genommen und uns darauf verständigt, dass durch Herrn Dr. Fritz ein Bericht gegeben wird, für den wir ganz herzlich danken. Der Antrag Nr. 35/02 des Ausschusses für Kirche, Gesellschaft und Öffentlichkeit zum Thema Umwelt-Audit, den wir zur Beschlussfassung empfehlen, nimmt die bisherigen positiven Erfahrungen auf. In den Pilotprojekten sind positive Erfahrungen gesammelt worden, die ermutigen, allen Kirchengemeinden und Einrichtungen dringend die Einführung eines Umweltmanagementsystems zu empfehlen. Hierzu gehört auch, dass jährlich die Daten über den Energieverbrauch erfasst und auf landeskirchlicher Ebene konsolidiert werden. Das Thema des Umweltmanagements sollte weiter kommuniziert werden. Hierzu bietet sich der Kongress zur Gemeindeentwicklung im Frühjahr 2003 geradezu an. Die einzelnen Antragspunkte liegen Ihnen in schriftlicher Form vor, ebenso die Begründungen, soweit wir sie aus einer ursprünglichen Vorlage des Oberkirchenrates diskutiert und übernommen haben. Ich darf Sie im Namen des Ausschusses für Kirche, Gesellschaft und Öffentlichkeit bitten, diesen Antrag zu unterstützen.

„Wir verstehen Schöpfungsverantwortung als eine Kernaufgabe der Kirchen. Wir gehen als Kirchen einen gemeinsamen Weg. Wir handeln für die Zukunft der Schöpfung. Wir wirtschaften dauerhaft, umweltgerecht und sozialverträglich. Wir handeln als lernende Solidargemeinschaft. Wir fördern ein kirchliches Umweltmanagement. Wir suchen den Dialog mit der Gesellschaft“ (Schöpfungsleitlinien).

Wenn diese Kerngedanken auch weiterhin tragfähig sein sollen, können wir nach Abschluss und Bericht der Pilotphasen nicht auf halbem Wege stehen bleiben, sondern müssen das Thema des Umweltmanagement weiter vorantreiben.

Die Landessynode möge deshalb beschließen:

  • Die Landessynode begrüßt die Schöpfungsleitlinien der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Baden-Württemberg (ACK) aus Anlass des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg. Die Landessynode sieht in ihnen eine aktuelle Ergänzung im Sinne der Weiterentwicklung der ökologischen Leitlinien aus demJahre 1994.
  • Die Landessynode empfiehlt auf Grund der positiven Erfahrungen in den Pilotprojekten allen Kirchengemeinden und Einrichtungen dringend die Einführung eines Umweltmanagementsystems. Ziel ist es, die Umweltbilanz zu verbessern und das Umweltbewusstsein zu stärken. Der Oberkirchenrat wird gebeten, für die notwendigen Rahmenbedingungen zur Einführung eines Umweltmanagementsystems zu sorgen.
  • Die Landessynode bittet, die Kirchengemeinden und Einrichtungen bis spätestens 2006 jährlich die Daten zur Feststellung des Wasser- und Energieverbrauchs zu erfassen, damit diese die Ergebnisse bewerten und diese Daten auf landeskirchlicher Ebene konsolidiert werden. Der Oberkirchenrat wird gebeten, die Erfassung der Daten zu unterstützen.
  • Die Landessynode bittet den Oberkirchenrat darum, das Umweltmanagement auf dem Kongress zur Gemeindeentwicklung im Frühjahr 2003 in geeigneter Form vorzustellen und die Gemeinden zur Mitarbeit einzuladen.
  • Der Ausschuss für Kirche, Gesellschaft und Öffentlichkeit wird gebeten, sich vom Oberkirchenrat regelmäßig über die Umweltarbeit in der Landeskirche informieren zu lassen.

Soweit der Antrag. Auf die Begründung möchte ich im Einzelnen nicht eingehen. Das war, glaube ich, in den beiden Berichten deutlich geworden. Ich danke Ihnen. (Beifall)

Präsident: Auch ich danke Ihnen, lieber Synodaler Hühnerbein, sowie dem Ausschuss für die Vorarbeit zu diesem Tagesordnungspunkt. Ich eröffne die allgemeine Aussprache.

Bauch: Liebe Synodale! Seit Rio mit dem Programm der lokalen Agenda sitzen wir als Kirche nicht auf der Zuschauertribüne. Wir stellen fest: Viele Gruppen, Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen haben selbst im konziliaren Prozess für Frieden, Gerechtigkeit und Schöpfung Aktivitäten weiterentwickelt. In diesem Sinne sahen wir auch den Beschluss im Jahr 1999 zur Erprobung des Pilotverfahrens Umwelt-Audit. Wir von der Offenen Kirche unterstützten den Antrag von Kirche, Gesellschaft und Öffentlichkeit. Wir stellen fest: Das Bewusstsein ist gewachsen. Es wird immer konkreter und detaillierter und verantwortungsvoller gearbeitet, und in der Broschüre in der Folge der Beispiele der Ökologischen Leitlinien, die heute aufliegt, sehen wir ja: Kindergärten, Kirchengemeinden – Kißlegg und Eschenau stehen dafür – oder die Akademie Bad Boll mit ihrer Küche und der regionalen Kreislaufwirtschaft usw. sind Beispiele in diesem Prozess. Zitat: „In Liturgie, Diakonie und Verkündigung ist unser Handeln geprägt durch unsere Verantwortung für Gottes Schöpfung.“ So drücken es die Schöpfungsleitlinien unter dem Stichwort „Wir verstehen Schöpfungsverantwortung als eine Kernaufgabe der Kirchen“ aus, und Kernaufgabe bedeutet ein durchgehendes und laufendes Bemühen um umweltgerechtes Handeln. Es ist sicher richtig, dass wir auch in der Kirche das Verfahren und Wissen um Zertifizierung aufnehmen, dies getestet und zu einer ressourcensparenden Variante weiterentwickelt haben, nicht EMAS II, sondern quasi den grünen Gockel an die höchsten Spitzen unserer Kirchengemeinden geheftet haben. Wir haben auch gehört, dass es nur mit den Menschen in den Kirchengemeinden geht. Es geht nur dann, wenn Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erkennen, dass es um ihre Umwelt, um ihre Umgebung, um ihre Belange im Blick auf Schadstoffe geht und dass es sich deshalb lohnt, gemeinsam solche Fragen anzupacken. Es lassen sich ja, wie wir gehört haben, auch neue Mitarbeiter für diese Aufgaben gewinnen. In der Organisation der Kirche geht es dann um die Frage integrierter Systeme wie Verknüpfung von Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Qualitätsmanagement. Wir dürfen uns herzlich für das bedanken, was sich nach diesem Synodalbeschluss von 1999 entwickelt hat. Wir sehen mit großer Freude, wie hier sehr systematisch mit sehr viel Sachverstand und sehr vielen engagierten Menschen ein Verfahren auf den Weg gebraucht wurde, das beispielhaft in unsere Gesellschaft, aber auch in unsere Kirchengemeinden hinauswirken kann. Es geht uns natürlich nicht nur um die Kirchengemeinden, sondern auch um alle landeskirchlichen Einrichtungen, und auch der Oberkirchenrat ist voll mit dabei oder auch diakonische Einrichtungen im Diakonischen Werk. Für die Landeskirche wurden diese Fragen im Umweltrat auch begleitet und beraten, und wir dürfen feststellen: Unser Umweltbeauftragter ist ein wichtiger Motor und Begleiter solcher Initiativen. Wir dürfen auch allen danken, die in der AG 910 unter Dekan Dr. Fritz Grundlagen geschaffen haben. Wir können nur sagen: Jeden Schritt, der da gegangen wurde, konnten wir begleitend begrüßen und können das Ergebnis als sehr gut feststellen. In diesem Umweltrat ist übrigens auch Professor Renn von der Akademie für Technikfolgenabschätzung, also einer zentralen Institution im Land, die die Nachhaltigkeit auf ihre Fahnen geschrieben hat, die aber leider, wie wir wissen, geschlossen werden soll. Ich denke, das ist dann ein Gegenstück für uns, dass wir sagen: Nein, Nachhaltigkeit muss in gesicherten Verfahren, im Diskurs und inder Abschätzung von Wirkungen unterstützt werden. Herzlichen Dank also allen, die diese Grundlagenarbeit gemacht haben. Ich möchte schließen mit Worten eines Gebets: Herr, wir sind zur Dir gekommen mit der Freude an Deiner Schöpfung in unserem Herzen. Schenk uns Deinen Geist, den langen Atem, dass wir geduldig weiterbauen am Haus der Schöpfung, dass wir mit dem Geduldsfaden weiterweben am Band des Friedens. (Beifall)

Häcker: Der grüne Gockel, eine hervorragende und reizvolle Aufarbeitung eines gangbaren Weges für die Kirchengemeinderäte und Gemeinden auf dem Weg zu einem guten Umweltmanagement vor Ort, sollte möglichst bald von allen Kirchtürmen krähen. Vermutlich wird er als erste Frage krähen: Was kostet das? Übrigens ein Lob, wenn es auf solchem Papier bleibt und nicht Hochglanzpapier wird. Was kostet das? Eine befriedigende Antwort auf diese Frage ist sicher wichtig, um Kirchengemeinderäte zum Beispiel zum Abschluss eines Vertrages mit der Natur-Energie-AG zu bewegen. Denn überall muss gespart werden. Das hören spätestens in diesen Tagen alle Verantwortlichen in den Bezirkssynoden. Nullrunden sind angesagt, und da sind Mehrausgaben in den Gemeinden nicht drin. Also ist mal wieder der Oberkirchenrat gefragt – ich zitiere – „für die notwendigen Rahmenbedingungen zu sorgen“, so heißt es in der Beschlussvorlage. Aber zur Bildung eines Umweltteams in der Gemeinde braucht man zunächst weniger Geld als vielmehr Leute. Das hat auch der Synodale Bauch angesprochen. Da ist mir ein gutes und wichtiges Argument für die Akzeptanz der Empfehlung: bei solchen Projekten in den Kirchengemeinden lassen sich Leute zur Mitarbeit gewinnen, die sich in ökologischen Fragen auch engagieren und die bisher in den Gemeinden kaum oder bisher gar nicht aktiv waren. Dafür ist natürlich eine freundliche Werbung für das Engagement in diesem Bereich eminent wichtig. Neben der finanziellen Frage steht die Frage: Wie viel Mehrarbeit ist erforderlich? Nachhaltigkeit erfordert ein dauerndes Dranbleiben. Da geht es nicht um ein Projekt, das nach einem Jahr abgeschlossen ist. In den Schöpfungsleitlinien der ACK, welche für ihre Prägnanz und Kürze sehr zu loben sind – dieses Faltblatt hier – und welche für die Kirchengemeinderäte als Einstieg in diese neue Branche unserer Gemeindearbeit sehr zu empfehlen sind, heißt es: „Wir erfassen und bewerten regelmäßig unsere Leistungen und Umweltauswirkungen, vereinbaren Handlungsprogramme und benennen Verantwortliche. Wir dokumentieren und überprüfen unsere Ergebnisse mit dem Ziel einer stetigen Verbesserung.“ Lieber Herr Synodalpräsident, liebe Synodale, wenn uns das Bewahren der Schöpfung ein wichtiges Anliegen ist, dann muss Bewusstseinsbildung oberste Priorität haben. Das Hauptproblem ist ja zum Beispiel nicht, dass wir zu wenig Recyclingpapier verwenden oder zu viel Auto fahren. Das Hauptproblem ist der Energieverbrauch überhaupt. Auch die Photovoltaikanlage muss ja erst einmal produziert werden. Warum betone ich das so? Da haben sich zum Pilotprojekt knapp dreißig Gemeinden gemeldet. Waren das genau die dreißig, die in unserer Landeskirche daran Interesse haben? Ich frage überspitzt, aber man könnte auch fragen: Warum haben sich nur dreißig Gemeinden gemeldet? Mir ging da so die Überlegung durch den Kopf, ob die Grüne Partei ein Gradmesser für das Umweltbewusstsein bei uns ist. Sie ist die Partei, die momentan den prozentual höchsten Mitgliederschwund zu verkraften hat. Andererseits wurde diese Partei von immerhin 8,6 % der Bundesbürger vor zwei Monaten in den Bundestag gewählt. Ich möchte hier natürlich nicht für eine politische Partei werben. Ich möchte nur darauf hinweisen, wie viel Bewusstseinsarbeit zu leisten ist, wenn wir die Schöpfungsverantwortung als eine Kernaufgabe der Kirchen wahrnehmen wollen. Aber nichts weniger als das müssen wir tun, wenn wir unseren Schöpfergott ernst nehmen. Ich danke im Namen des Gesprächskreises Evangelium und Kirche all denen in unserer Kirche, die in den vergangenen Jahren gründliche und ausgezeichnete Vorarbeit geleistet haben. Ich kann nur einige nennen: die Kirchengemeinden, die zertifiziert sind oder das demnächst werden, den Oberkirchenrat, der mit seiner Zertifizierung mit gutem Beispiel vorangeht, und die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter, die sich engagieren. Besonders hinweisen möchte ich auf die ehrenamtlichen Umwelt-AuditorInnen, die jetzt schon öfter genannt wurden, die sich zum Verband für kirchliches Umweltmanagement e. V. zusammengeschlossen haben und den Kirchengemeinden als Begleiter sicher Mut machende Helferinnen und Helfer sein werden. Aus eigener Erfahrung ist mein persönlicher Wunsch, dass Hauptamtliche – ich denke besonders an Pfarrerinnen und Pfarrer – nicht noch ein Projekt aufgepackt bekommen, sondern dass hier Aufgaben an Ehrenamtliche delegiert werden. Diese Arbeit wird selbstverständlich vom Kirchengemeinderat ernst genommen und umgesetzt. Ich danke fürs Zuhören. (Beifall)

Nau: Die Frage nach den Kosten hat mich jetzt auch beschäftigt. Wir haben ja einen Antrag vorliegen, wo entgegen sonstigen Gewohnheiten nicht erwähnt wird, mit welchen Kosten man aufseiten der Landeskirche zu rechnen hat. Da wäre ich für eine Auskunft dankbar.

Frau Klein: Sehr geehrter Herr Bischof, sehr geehrter Herr Vorsitzender, liebe Synodale! Natürlich ist das Engagement für Umwelt und Bewahrung der Schöpfung eigentlich etwas Selbstverständliches für unsere Kirche, und letztendlich bin ich fast enttäuscht, dass es notwendig ist, so etwas per Verordnung in unsere Gemeinden hineinzutragen. Für mich persönlich bedeutet das eine weitere Bürokratisierung dessen, was wir vor Ort tun. Für mich bedeutet ein Audit auch, dass wieder Leute von außen an Dingen, die eigentlich selbstverständlich sind, Geld verdienen werden. Das heißt auch ich frage den Grünen Gockel nach dem Geld und danach, was für weitere Kosten auf uns zu kommen werden. Insbesondere sind das ja auch Kosten, die nicht wir als Synode verwalten, sondern die Kirchengemeinden. Das heißt wir schieben etwas weiter auf jemand, der sich heute dazu gar nicht melden kann. Unter anderem stört mich das auch deshalb, weil wir sehr viele Gebäude in unserer Kirche verwalten, unsere Kirchen nämlich, die jahrhundertealt sind und die mit ihrer Würde und Ausstattung eigentlich für eine Energieeinsparung gar nicht vorgesehen sind. Ich selber möchte deshalb hier und heute ganz laut den Wunsch äußern, dass der Staat, das Land Baden-Württemberg, wenn es denn schon daran interessiert ist, dass wir in unseren Kirchengemeinden Umwelt-Audits durchführen, und uns letztendlich damit auch als eine Art Versuchskarnickel benützen, dass dieser Staat uns unterstützt, wenn wir auf den Kirchendächern Solardächer installieren, und uns die Denkmalbehörden nicht weiterhin große Steine in den Weg legen, wenn wir diese beantragen. Vielen Dank.

Präsident: Es liegt mir keine weitere Wortmeldung vor, deshalb schließe ich die Rednerliste. Die Berichterstatter haben nun noch Gelegenheit, das Wort zu ergreifen, wobei ich nicht weiß, Herr Dr. Fritz, ob Sie die Frage nach den Finanzen beantworten können.

Dekan Dr. Fritz: Liebe Synodale, es ist die Frage gestellt worden – das muss man natürlich –, was das Projekt denn kostet. Es ist so, dass für das nächste Jahr – ich habe es schon erwähnt – ein Betrag in den Haushaltsplan eingestellt ist. Er kann also mit dem Haushaltsplan verabschiedet und genehmigt werden, wenn das Ihr Wunsch und Wille ist. Es handelt sich dabei um den Betrag, der seither in dieser dreijährigen Pilotphase aufgewendet worden ist, ein Betrag von 100 000 €, der vom Gemeindeanteil vorweg abgezogen wird, weil es ein Betrag ist, der dann auch wieder an die Kirchengemeinden zurückfließt und den Kirchengemeinden zugute kommt. Ich denke, es ist aller Ehren wert, wenn Sie dem zustimmen, und allen Dankes natürlich auch. Aber es kommt dem Projekt zugute und es ist wichtig, dass den Gemeinden ein Signal gegeben wird, dass sie mit dieser Aufforderung, ein Umweltmanagement zu erstellen und einzurichten, nicht allein bleiben sollen, sondern eine gute ehrenamtliche Begleitung erhalten. Die Ausbildung für die ehrenamtliche Begleitung ist in diesem Betrag enthalten, auch die Finanzierung einer Geschäftsstelle. Das ist der Anteil, den die Gemeinden dann für sich selber haben, um ein solches Umweltprogramm, Umwelt-Audit einzuführen. Ich möchte Sie bitten, dem zuzustimmen.

Präsident: Ich frage den Vorsitzenden des Ausschusses für Kirche, Gesellschaft und Öffentlichkeit, ob er noch einmal als Berichterstatter das Wort nehmen möchte.

Hühnerbein: Nein, ich fand die Voten sehr unterstützend für das Arbeitsergebnis des Ausschusses und bin hoch erfreut, dass es eigentlich keine Contra-Position zu ihm gegeben hat, sodass ich der Abstimmung mit großer Zuversicht entgegen sehe.

Präsident: Wir kommen zum Antrag Nr. 35/02 des Ausschusses für Kirche, Gesellschaft und Öffentlichkeit vom 18. Oktober 2002 betr. Umwelt-Audit. Wer diesem Antrag zustimmt, den bitte ich um das Handzeichen. – Dankeschön! Gegenstimmen? – Keine. Stimmenthaltungen? – Auch keine. Damit ist der Antrag einstimmig angenommen.

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